Aus der Geschichte Hohenbadens

Auszüge aus unserer dreibändigen Chronik, verfasst und niedergeschrieben von unserem lieben Ehrenburschen und Ehrenpräsiden AH v. Fips.

KTV WappenNach dem ersten Weltkrieg 1914/18 erlebte das Verbindungsleben am Badischen Staatstechnikum einen großen Aufschwung. Die bereits bestehenden Verbindungen vergrößerten sich, neue folgten. Der freiheitliche Geist, durch die Revolution des Jahres 1918 gefördert, erfüllte auch die Studierenden des Badischen Staatstechnikums. Es war ein freiheitlicher Geist, dem nicht alle folgen konnten und wollten, denn christliches Denken und Leben fand keine Beachtung und die konfessionellen Eigenarten wurden nicht berücksichtigt. Auch der Trinkzwang auf den Kneipen und das Pauken waren Dinge die im Jahre 1919 die Gedanken an die Gründung einer konfessionellen Verbindung hervorriefen. Doch die bestehenden Verbindungen beeinflussten die gesamte Situation so stark, dass es nicht möglich war, eine katholische Verbindung zu gründen.

Aber immer wieder neu wurde der Gedanke belebt, bis es im Sommer-Semester 1921 so weit was, durch Anschlag der Studierenden am Badischen Staatstechnikum bekannt zugeben, dass am

11. Mai 1921

im Gasthaus "Hans Sachs" die Katholische Technische Verbindung Hohenbaden von den Studierenden:

Wilhelm Brunner v. Fips
Johann Blender v. Moritz'l
Franz Faber v. Fränz'l
August Greitmann v. Knaster
Franz Noe v. Strick
Rudolf Seitz v. Bubi

gegründet wurde.

Der Name Hohenbaden wurde gewählt, weil sich die alte Burg Hohenbaden bei Baden-Baden in der engeren Heimat befindet, und auf ihr der selige Markgraf Bernhard von Baden, der Schutzpatron der Erzdiözese Freiburg und der katholischen männlichen Jugend, geboren wurde. Farben wurden gewählt, um die Grundsätze der Verbindung offen zu bekennen und das brüderliche Du zu stärken.

Unter dem Beisein der KDStV Merowingia Mannheim, der TV Alania Mannheim, der StV Veritas Konstanz, der TV Cimbria und der TV Ohmegia vom Staatstechnikum Karlsruhe wurde am 27. Mai 1922 das erste Stiftungsfest gefeiert. Im Wintersemester 1922/23 erfolgte die Aufnahme in den TCV Deutschland. Bei der Semesterschlussfeier am 22. Februar 1923 trugen die Chargierten erstmals Vollwichs. Am 25. Mai 1923 wurde in der St. Vinzentiuskapelle durch unseren hochwürdigen Herrn Stadtpfarrer Behringer, Ehrenmitglied und später Ehrenbursche, das Banner geweiht.

KTV WappenHohenbaden wuchs weiterhin stark an und bei der Fronleichnamsprozession am 16. Juni 1924 waren wir so reichlich vertreten, dass wir gegenüber allen akademischen Korporationen die größte Zahl der Bundesbrüder stellten. So lag es nahe, unter dem Patronat von Hohenbaden eine neue Verbindung, Winfried, zu gründen. Fünf alte Herren, sechs Burschen und fünf Füchse gab Hohenbaden an die neu gegründete Winfried ab. Durch zielbewusstes Arbeiten und einwandfreies Auftreten wurden wir im Wintersemester 1924/25 in den Vorsitz des Ringes der Verbindungen am Badischen Staatstechnikum einbezogen.

Mit dem Gründungskommers am 17. Mai 1934 wurde auf das Wort katholisch aus Anlass der Zeitverhältnisse verzichtet. Erstmals nahm nun Hohenbaden am 31. Mai 1934 ohne Wichs und ohne Farben an der Fronleichnamsprozession teil. Im Wintersemester 1935/36 sind die Verbindungen in Kameradschaften umgewandelt worden. Am 20. Oktober 1935 mussten alle Kameradschaften die Farben ablegen. In einer Kneipe am 22. Oktober 1935 trug Hohenbaden zum letzten Male die Farben orange - weiß - schwarz. Die NSDAP hat Hohenbaden äußerlich zerschlagen, eine Zusammenkunft war nicht mehr möglich.

"Möge der Glaube an die Zukunft Hohenbadens in unser aller Herz fortleben und möge dereinst unter Fürbitte des seligen Markgrafen Bernhard von Baden, dem Schutzpatron der Verbindung, Hohenbaden zu neuem Leben erstehen", so schließt die Chronik des Sommersemesters 1939.

In der Wohnung unseres lieben AH Weick v. Schlaule fand zu Beginn des Jahres 1948 die erste Besprechung statt, um am 6. März 1948 den ersten Ausspracheabend unter äußerst zahlreicher Beteiligung durchzuführen. Hohenbaden und Winfried einigten sich, den Namen Hohenbaden und die Farben Hohenbadens zu tragen sowie den Wahlspruch Hohenbadens zu führen und solange zusammen zu bleiben bis eine Wiedergründung von Winfried möglich ist.

Am 7. April 1948 wurde erstmals ein Aufruf der KTV Hohenbaden an die Studierenden des Badischen Staatstechnikums erlassen. Am 22. Mai 1948 fand dann die Wiedergründung im Kolpinghaus statt, bei der Bundesbruder Franz Gohm v. Shiras als AHP gewählt wurde. Für den Altherrenverband war es nun schwer, nach all den unglückseligen Jahren eine Aktivitas aufzubauen. Durch tatkräftige Mitarbeit aller Karlsruhe Hohenbadener war es dann doch möglich, zum Sommersemester 1949 eine Aktivitas ins Leben zu rufen. Am 28. Mai 1949 wurde dann seit Wiedererstehen das erste Stiftungsfest mit den neuen Aktivitas unter der Leitung des ersten Seniors Eugen Reiß v. Nurmi gefeiert.

Am 6. Juli 1954 wurde der Damenzirkel unter der Leitung von Frau E. Grund wieder gegründet.

Am 3. Oktober 1957 war die Wiedergründung der Aktivitas von Winfried. Zum zweiten Male traten drei Burschen in die KDStV Winfried über, um das aktive Leben einzuleiten.

Am 1. Januar 1963 erfolgte die Umbenennung des Badischen Staatstechnikums in Staatliche Ingenieurschule Karlsruhe. Damit sollte auch vom Namen her eine Verwechslungsmöglichkeit mit den aufstrebenden Technikerschulen vermieden werden.

Im Advent 1963 bezogen wir unser neues Verbindungszimmer im Kolpinghaus, das dank zahlreicher Spenden möbliert werden konnte und fortan der Aufbewahrung des beweglichen Verbindungsgutes diente. An der langen Tafel trafen sich Aktive und Alte Herren zu ihren Conventen.

Im Jahre 1971 wurde die Staatliche Ingenieurschule Karlsruhe in Fachhochschule Karlsruhe umbenannt.

Das Wintersemester 1972/73 brachte als Neuerung, dass erstmals einer Dame, die ein Fachhochschulstudium absolvierte, das Burschenband überreicht wurde.

Gegen Ende des Semesters spitzte sich die Lage der Aktivitas zu. Alle Burschen und Füchse waren schon in den oberen Semestern - kein Nachwuchs. Hinzu kam, dass durch Auflösung der seminaristischen Ausbildung Kontaktmöglichkeiten während des Studiums, selbst unter Bundesbrüdern, nicht mehr gegeben war. Kein Hohenbadener wohnte mehr im Kolpinghaus, das sich von einer "Herberge" zu einem Hotel entwickelt hatte.

In den folgenden Jahren wurden mehrere Versuche gestartet, eine neue Aktivitas aufzubauen. Rundbriefaktionen zu Studienanfängern, persönlicher Einsatz von Bundesbrüdern bei ihnen bekannten Studenten - ohne Erfolg.

Im Sommersemester 1983 waren die Hauptpunkte des Generalconvents die Suche nach einem neuen Verbindungszimmer und die Werbung neuer Mitglieder. Es war gelungen einen Raum über der Sakristei von St. Elisabeth zu mieten. Um junge Studierende für die KTV Hohenbaden zu gewinnen, wurde beschlossen Kontakte zum katholischen Studentenwohnheim über unseren geistlichen Beirat aufzunehmen.

Als neuen geistlichen Beirat konnten wir Pfarrer Eugen Barth von St. Elisabeth gewinnen. Das neu gestaltete Verbindungszimmer war am Ende des Semesters bezugsfertig.

Freude kam auf im Sommersemester 1987, denn beim hochoffiziellen Festkommers konnten wir Albert Burger v. Fury als Fuchse aufnehmen. Nach über zehn Jahren hatte die KTV Hohenbaden wieder einen Aktiven.